Aus der Diözese - EFA-Schüler entwickeln Modellprojekt***

Auf Initiative von Schülern der EFA hatte sich eine kleine Gruppe junger Leute in der Nähe der Verkehrswege auf unbesiedeltem Land neues Gelände erschlossen und das Dorf Rumo gegründet, wo sie – z.B. ohne Brandrodung – ihre neuen Erkenntnisse anwenden wollten. Viele der bisherigen Nachbarn waren skeptisch und blieben im angestammten Dorf. Die Erträge waren wenigstens nicht schlechter als mit den bisherigen Methoden, aber sie schonten die Umwelt, um sie für die Zukunft zu sichern.

Der nächste Schritt war ein Kleinprojekt über den diözesanen Solidaritätsfonds, finanziert durch Spenden der Gemeinde Sankt Michael in Berlin-Kreuberg. Es ermöglichte die Anlage eines größeren Gemeinschaftsgartens, der mittlerweile gute Erträge erbringt, die nicht nur die gesunde Ernährung zu Hause verbessern, sondern sich auch in der Gegend gut verkaufen lassen.

Die Initiatoren im Gespräch mit dem BischofJetzt haben die treibenden jungen Leute, mittlerweile ein Ehepaar, ein neues Projekt entwickelt, das Produktion und Produktivität weiter verbessern und gleichzeitig zu einem Modell für die EFA ausgebaut werden soll. Gemäß dem Landwirtschaftskalender der Region beginnen sie im November mit der Vorbereitung eines größeren Geländes. Hier sollen zusätzlich zu den gängigen Gemüsepflanzen (Reis, Mais, Maniok und Bohnen) Zuckerrohr, Elefantengras, Sesam und Ananas angebaut werden, dazu als Obst Bananen und Maracujá.

Das meiste soll wie bisher dem Eigenverbrauch der Familien dienen. Durch den systematischen Anbau in größerer Menge werden jedoch die bisher nie kalkulierten Eigenkosten gesenkt. Zusätzlich eröffnen sich Möglichkeiten des Verkaufs und damit die Erschließung neuer Einnahmen. - Die Finanzierung wollen sie selbst aufbringen und bauen dabei vor allem auf den Austausch von Arbeitskraft.

Die Ehefrau - weitergebildet zur Agrartechnikerin im Sektor Viehzucht - will vor allem die Möglichkeiten der Kleintierhaltung ausweiten und fördern, um weitere Einnahmemöglichkeiten zu erzielen. Gedacht ist an ein Geflügelhaus für 500 Hennen, die Aufzucht von vier statt bisher nur einem Schwein und fünf statt bisher nur drei Rindern. Die Futtermöglichkeiten reichen darüber hinaus für 20 Ziegen, deren Aufzucht nur geringe Kosten verursacht und die sich am Markt gut verkaufen lassen. Auch wollen sie ihre vier Bienenstöcke auf zehn aufstocken.

Ihre Pläne hatten sie sorgfältig in einem Papier erarbeitet. Wir verfolgen mit Spannung ihre weiteren Erfahrungen und werden darüber berichten. EFAs Früchte wachsen weiter.

(Quelle: Maria da Piedade da Silva und Raimundo Pereira do Nascimento)

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