Binnenmigration von Tausenden unserer Männer

Bischof und Diözese erhielten Besuch von Pe. Garcia und Schw. Inês aus der Nähe von São Paulo. In ihrer Gegend sind in Monokultur - gefördert von der Regierung im Interesse an Bioenergie - auf Kosten früher dort ansässiger Kleinbauern riesige Zuckerrohrplantagen entstanden, die für die sechs- bis achtmonatige Erntezeit Saisonarbeiter im Norden anwerben lassen. Ihre Ordensgemeinschaft hat die beiden für die Seelsorge an diesen Binnenmigranten freigestellt. Bis zur Erschöpfung müssen die Männer im Akkord unter glühender Hitze (20 l Wasser braucht man täglich zum Trinken) schuften, um auf einen guten Endlohn zu kommen. Nicht alle schicken ihren Familien regelmäßig das benötigte Geld. Nur die Kräftigsten schaffen es, sich nach der Heimkehr noch ein Motorrad auf Raten anzuschaffen. Das aber imponiert dann anderen.

Die "Pastoral do Migrante" sammelt die Männer, organisiert Freizeitangebote, steht ihnen im gewerkschaftlichen Kampf um gerechtere Arbeitsbedingungen bei und lädt sie zum Gottesdienst ein. Sie waren zum Bischof gekommen, um ihn und seine Diözese kennen zu lernen und ihn zu bitten, die Tausende seiner Diözesanangehörigen (7000 allein aus Timbiras/26.000 Einwohner) an ihren Arbeitsorten zu besuchen. Das ist inzwischen geschehen. Er traf manche, die ihn begeistert begrüßten und umarmten und andere, die noch nie auch nur seinen Namen gehört hatten. Wichtige Eindrücke und Informationen über die schwierige Sozialsituation nahm er mit nach Hause, die in Verantwortung der diözesanen Landpastoralkommission gründlich studiert werden sollen.

(Boletim Diocesano, 6/08)

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