Nachrichten aus der Di÷zese - Fast wie in der Urkirche***

Reuter FranziskanerinnenFast tausend Helfer bei der Volksmission in Arari

Wir hörten von anderen Pfarreien, wie stark eine solche "Mission" den Glauben vertieft, das Engagement der Laien verstärkt und dem Abrutschen in Sekten vorbeugt. Seit 2006 waren wir an der Vorbereitung: Wir haben die Pfarrei in zwölf land- und neun Stadtsektoren eingeteilt und in ihnen an mehreren Wochenenden etwa 400 Frauen und Männer und 350 Kinder zu Laienmissionaren geschult. In den vergangenen Monaten waren sie in ihren Dörfern unterwegs, besuchten dort alle Familien, veranstalteten wöchentlich Treffen für Bibelarbeit, Lebens- und Glaubensfragen, arbeiteten sechs Monatsthemen durch und übten Lieder für die "Große Woche" ein.

Dafür war natürlich eine Menge Organisation erforderlich. Auf Pfarrebene haben wir eine Zentralkoordination gegründet und weitere Teams wie Sekretariat, Kommunikation, Finanzen, Empfang, Übernachtung und Verpflegung, Liturgie und – hier typisch: "Animation" gebildet: Es muss auch Freude und Spaß machen. Ganz wichtig war uns die Mitwirkung der Kinder. Sie werden überall mit präsent sein und mit den Kindern auf den Dörfern eigene Aktivitäten veranstalten.                 

Volksmission in ArariIn der Großen Woche Ende Juli halfen uns weitere 226 Laienmissionare aus anderen Pfarreien, die wir zwei Tage lang erst einmal in die Realität unserer Pfarrei und die Ziele der Mission einführten. Wir berichteten ihnen von unserem bisherigen Weg und erläuteren ihnen das vorgesehene Programm. Dafür hatten wir auch eine CD zusammengestellt, u.a. mit alten und eigens komponierten Liedern. Dann folgte noch ein halber Einkehrtag für unsere Helfer und der Aussendungsgottesdienst am Sonntag Vormittag.

Dann ging es los in die 60 Basisgemeinden, in Gruppen von drei bis acht, auf Lastwagen, Schulbussen, Geländewagen und Booten,  zuletzt oft noch zu Fuß oder per Fahrrad.  Überall wurden sie froh willkommen geheißen, was sie für alle Mühen auf dem Weg entschädigte. Priester und Ordensfrauen aus der ganzen Diözese begleiteten sie, so dass es möglich wurde, Eucharistie und das Sakrament der Versöhnung zu feiern und Anbetungsstunden zu halten. In unseren neun Stadtsektoren hatten wir jeweils acht bis zwölf Missionare von auswärts eingesetzt.

Volksmission in ArariTäglich um 5 h Wecken mit Böller, Musik und Instrumenten, danach Morgenfeier mit Meditation. Vormittags Hausbesuche,  nachmittags Vorbereitung des Abends und nächsten Tages. Am Abend kreativ gestalteter Wortgottesdeienst oder Eucharistiefeier, möglichst unter Einbeziehung der Gemeinden, ihrer Kinder und Jugendlichen.

Für jeden Tag der Woche gab es ein eigenes Thema und Programm:

Montag: Die Zärtlichkeit Gottes; Mitgefühl und Mitleiden.

Dienstag: Die Seligpreisungen und Anklagen des Evangeliums.

Volksmission in ArariMittwoch: Persönliches Gebet und Meditation. Frühgottesdienst vor den Friedhöfen und Gebet für die Verstorbenen. Tagsüber Anbetung in Kapellen oder Familien.

Donnerstag: Solidarische Liebe: eine Gemeinschaftsarbeit, etwa das Dach eines Kranken decken; eine Straße oder öffentlichen Platz säubern o.ä..

Freitag: Vergebung und Versöhnung: Morgens Bußweg, vormittags Krankengottesdienst, abends Kreuzweg und danach Versöhnungsfeier mit symbolischer Verbrennung der Sünden.

Samstag: Erneuerung der Taufversprechen (am Fluss oder einer Wasserstelle); danach gemeinsames Frühstück. Am Vormittag großes Missions-Kindertreffen. Nachmittags Endauswertung, abends Abschluss vor Ort mit Wortgottesdienst und Aufstellung eines Missionskreuzes vor den Kapellen.

Volksmission in ArariIn der Nacht zum Sonntag haben wir bis um 2 h den Platz vor der Pfarrkirche geschmückt und hergerichtet. Um 4 h früh Animation mit Musik und Liedern zum Empfang der Basisgemeinden, die von überall her angeströmt kamen. Kaffee und Brot für alle zum Frühstück (etwa dreitausend Menschen). Kurz nach 6 h Schlussgottesdienst auf dem Platz und Aufstellung des Missionskreuzes. Dann Auswertung mit den auswärtigen Missionshelfern, Mittagessen und Abschied.

Danach waren wir natürlich alle geschafft, aber die Mission ist jetzt noch in aller Munde. Ich werde auf der Straße gefragt: Wann ist die nächste? Oder Kinder kommen, um mich oder Sr. Elisabete zu umarmen, die für sie verantwortlich war.

Im August war ein Nachbereitungstreffen. Wir wollten hören, wie es weiter gegangen ist und weitergeht. Es ging dabei um Anregungen, was wir in der Pfarrei in den kommenden Jahren bearbeiten und verbessern müssen.

Die große Masse haben wir nicht erreicht, aber die Wachen und Bereiten, der Sauerteig in allen Gemeinden. Bitten wir den Herrn, dass er den Samen wachsen, weiter blühen und Frucht bringen lässt.

Sr. Myria, Arari (immer noch gekürzt)

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