Nachrichten aus der Diözese - Viele suchen ihr Glück im Süden

Durch den Besuch eines Priesters und einer Ordensschwester aus der Nähe von São Paulo wurde uns erst richtig bewusst, wieviele unserer Männer dort ihr Glück in der Hölle von Zuckerrohrplantagen suchen. Sie wurden hier bei uns angeworben und reisten in billigen, oft nicht zugelassenen Bussen ins Ungewisse. (Erst kürzlich verunglückte einer mit Männern aus Arari; 13 von ihnen starben; die Trauer in der Stadt war groß. Unsere Schwestern sammelten die betroffenen Familien zu einer gemeinsamen Trauerfeier; die Stadt tat nichts.) In den Plantagen schuften sie im Akkord von früh bis spät, um wenigstens etwas für sich und nach Möglichkeit für ihre Familie zu verdienen.

Die beiden von der "Pastoral der Binnenwanderer" kamen nach hier, um die Heimat dieser Menschen kennen zu lernen. Sie brachten Grüße von Männern mit, deren Frauen sie schon für vermisst oder tot glaubten. Viele starben tatsächlich, Opfer von Unterernährung, mangelnder Hygiene und Krankheiten, oft einfach ausgelaugt, von der Schwerstarbeit in großer Hitze, die ihnen mit dem beißenden Geruch des Zuckerrohrs den Appetit raubt. Es gab Kontakte mit der örtlichen Landarbeitergewerkschaft, Überlegungen, wie man gegen Firmen vorgehen könnte, die den Wanderarbeitern ihre zustehenden Rechte vorenthalten. Wir berieten, wie wir in Zukunft zusammenarbeiten könnten, auch wenn nur wenige hier wie dort Kontakt zu kirchlichen Gemeinden oder Einrichtungen haben.

(Pe. José, Codó)

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