Brutaler Polizeieinsatz mit Vertreibung und Störung der Totenruhe

Einer der Anlässe zu dieser Erklärung war eine illegale Vertreibung unter massivem Polizeieinsatz in unserer Pfarrei Vargem Grande. Seit über hundert Jahren wohnten die Nachkommen freigelassener Negersklaven im Dorf Malachias. Sie hatten sich nie darum gekümmert, ihre Rechte dokumentieren zu lassen. Da tauchte jemand auf, der sich Dokumente über den Besitz des Gebietes verschafft hatte, und fing an, die Landarbeit der Leute zu behindern. Als diese sich wehrten, erwirkte er bei Gericht gegen 10 der Bewohner eine Unterlassungsanordnung mit Androhung einer Geldstrafe.

Es geschah jedoch Folgendes: Zwei Gerichtsvollzieher tauchten mit zwanzig schwerbewaffneten Pistoleiros des Besitzers und einem Bus mit 60 Militärpolizisten auf, vertrieben sämtliche 30 Familien aus ihren Häusern, zerstörten sie und zündeten sie an. In einem Haus fand eine Totenwache statt. Sie mussten den Toten in eine Nachbargemeinde schaffen. Dann zerstörte und verbrannte man auch dessen Haus. Hühner und Schweine holten sich die Helfershelfer, die Pflanzungen sind am Verkommen.

Ein Abgeordneter, der Anwalt ist, brachte den Fall vor den Landtag. Gleich mehrfach sei Recht gebrochen worden und die angewandte Brutalität übersteige jede Verhältnismäßigkeit. Bischof Reinhard wandte sich mit einem Protestschreiben an den Gouverneur, die nationale Bischofskommission für Landpastoral und mehrere Organisationen machten sich den Protest öffentlich zu eigen. Die Vertriebenen, unter ihnen viele Alte und Kinder, wissen nach wie vor nicht wohin und müssen inzwischen notdürftig versorgt werden. Wie wird es enden? ...

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