Einige Besonderheiten der Wahl 2006

Zur Wahl standen der Präsident, die Landes-Gouverneure und die Abgeordneten für den Senat, den Bundeskongress und die Landesparlamente. Mehrere als korrupt bekannte und z.T. deshalb verurteilte Kandidaten erhielten die nötigen Stimmen, auch der wegen Korruption abgesetzte ehemalige Präsident Collor de Mello. Gewählt wurden auch Showmaster und aus dem Fernsehn bekannte Schlagersänger. Es muss also noch viel politische Bildungs- und Aufklärungsarbeit erfolgen.

Bischof Reinhard PünderAndererseits wurden die beiden letzten "Caciquen-Clans" abgewählt, so auch bei uns in Maranhão die seit 40 Jahren regierende Familie Sarney. Gouverneur wurde ein Arzt, der bisherige Bürgermeister der Landeshauptstadt São Luis. Er versprach eine unparteiische Prüfung der bisherigen Haushaltsführung, um zu sehen, wo die milliardenschweren Schulden herkommen.

Die Zusammensetzung von Senat und Kongress ist im Wesentlichen geblieben wie bisher. Weder die Regierungsparteien noch die Koalition der Opposition erhielten eine klare Mehrheit. Die Regierung wird also auch weiterhin darauf angewiesen sein, sich die fehlenden Stimmen von den verbleibenden kleineren Parteien zu besorgen (kaufen?).

Lulas Arbeiterpartei PT, die zuletzt so viele Erwartungen enttäuscht hat, wurde nicht abgestraft, sondern konnte ihren Stimmanteil weitgehend halten. Die Masse der Armen scheint sie nach wie vor für "ihre Partei" zu halten.

Nun ja, einer Umfrage nach glauben 87 % der Brasilianer sowieso nicht an die Ehrlichkeit ihrer Politiker.

(Dom Reinaldo / Pe. José,Codó)

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