Personalia

Das Jahr begann mit einer umfassenden Versetzungswelle, auf die sich unsere Priester bereitwillig einließen. Mir scheint wichtig, dass die jungen Priester sich nicht irgendwo alleine plagen müssen, sondern zu zweit oder zu dritt gemeinsam für näher liegende Gemeinden sorgen und sich dabei gegenseitig helfen können.

Im Seminar ist das Klima weiterhin gut; mir scheint sogar, unsere jungen Leute seien reifer geworden. Als einziges Bistum haben wir in São Luis seit diesem Jahr einen Spiritual, Pe. Arnaldo SAC aus Codó. Pe. Valdeci, der Beste unserer jüngeren Generation, den einige seit seinem Deutschlandbesuch kennen und der nach zwei Jahren Weiterbildung die Pfarrei Arari leitet, hat sich bereit erklärt, zusätzlich die Aufgabe des Regens zu übernehmen. Er wird an den Wochenenden – wie die Leiter anderer Diözesan-Seminare auch – in seiner Pfarrei sein, dafür aber jedes zweite Wochenende die Seminaristen als Pastoralhelfer zur Verfügung haben. – Seit Herbst bereitet sich einer unserer jungen Priester in Rom auf eine Lehrtätigkeit in Moraltheologie an unserer Regional-Hochschule vor. Gleichzeitig macht er einen speziellen Kurs für Seminarleiter, damit er in zwei bis drei Jahren Pe. Valdecis Nachfolger als Regens werden kann. ­ Einen weiteren haben wir freigestellt zu einem Spezialstudium in Familienpastoral an einem entsprechenden Institut in Salvador da Bahia. – Bitte beten Sie/betet kräftig mit, dass wir auf diese Weise „Gottes Bodenpersonal“ hier besser vorbereiten und befähigen können.

Neueintritte ins Seminar hatten wir dieses Jahr nicht. Im Centro Paulo VI. sind im Moment nur zwei junge Leute. Unser junger Pe. Alonço, Kaplan von Coroatá, der seine Theologie in Rom studiert hat, begleitet sie und kümmert sich auf Diözesanebene mit großem Eifer um die Pastoral der Geistlichen Berufe. – Es fehlte auch nicht an „Schlägen“. Drei der ersten Priester, die ich geweiht habe, sind inzwischen einen anderen Weg gegangen, zwei leider unter sehr unguten Umständen. Einer wollte unbedingt Bürgermeister werden, wurde auch gewählt, macht seine Sache auch durchaus ordentlich, war dann aber ohne seine kirchliche Gemeinde, die ihn vorher umgeben und geliebt hatte, so einsam, dass er zivil heiratete. – Auch sonst gab es Sorgen. Es geht also - trotz vieler frohmachender Früchte - keineswegs nur jubelnd aufwärts.

Noch andere Verluste müssen wir verkraften: Birgit Winkler, die auch für den gewissenhaften Umgang mit den Spenden so wichtig war, muss aus Gesundheitsgründen unser überheißes Klima verlassen und geht nach Guaratinguetá ins Zentrum der Drogen-Fazendas. Unser Diözesan-Ökonom, Bruder Antonio OSB, schafft die von ihm vorbildlich ausgeübte Arbeit gesundheitlich auch nicht mehr. Uns bleibt nur der Ausweg, den deutschstämmigen Pe. Maurus Schneider im Dezember von Itapecuru nach Coroatá zu holen. Er muss dann Br. Antonio als Ökonom und Birgit Winkler als „Nabelschnur“ nach Deutschland in einer Person ersetzen. Leider bleibt ihm dann nicht mehr viel Kraft für das eigentlich priesterliche Tun. – Auch Maria Thielen muss uns verlassen, nach zweimal zehn Jahren unermüdlichen Einsatzes. Sie hat uns ein wunderbares Beispiel hinterlassen, und das wird dort, wo sie lebte und arbeitete, weiter wirken. – Auch der spanische Pallottiner Pe. Bento, der in Codó in erstaunlicher Weise tiefe Frömmigkeit und fast erbitterten Kampf für die Armen und Unterdrückten verband, hat uns für ein „Sabbatjahr“ verlassen. Es zog ihn wieder nach Bolivien, wo er früher schon tätig gewesen war.

All den Weggegangenen kann nur Gott in seiner Liebe das Gute vergelten, was sie hier getan haben.

Bischof + Reinhard

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