Bistum

Das Bistum Coroatá (Bistumskarte) wurde am 26. August 1977 durch die Bulle Papst Pauls VI. Qui benevolentissimi Dei vom Erzbistum São Luís / Maranhão abgetrennt, das seinerseits als eine der ältesten brasilianischen Diözesen 1677 von Papst Innozenz XI. gegründet wurde. Die Stadt São Luís ist Weltkulturerbe. Die portugiesische Besiedlung der Gegend begann 1614, nachdem kurz vorher Franzosen gekommen und die Stadt nach dem Hl. Ludwig von Frankreich benannt hatten. Von da ab drangen allmählich, die Flüsse aufwärts, weiße Siedler ins Land, auch in die Gegend des heutigen Bistums, zwischen 100 und 260 km von der Küste entfernt.

Ein Dorf am Fluss

1688 wurde im Gebiet der heutigen Stadt Codó, der größten des Bistums Coroatá, der Jesuitenmissionar João Vilar von gegen die weißen Eindringlinge aufgebrachten Indios umgebracht. Im Jahr 1768 wurde die erste Kommune des heutigen Bistumsgebietes gegründet, im Rang einer "Vila": Itapecuru-Mirim, die 1801 zur Pfarrei erhoben wurde und damit eine der ältesten Pfarreien des Bistumsgebietes ist. Coroatá selber wurde als "Vila" 1843 und als Pfarrei 1844 gegründet und nahm seinen Hauptaufschwung, als in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts die von Engländern gebaute Eisenbahn von São Luís nach Teresina und Fortaleza durch die Stadt gelegt wurde (*).

Die Kirchenprovinz São Luís mit 12 Bistümern deckt sich mit dem Bundesland ("Staat") Maranhão, das fast so groß ist wie Deutschland und heute ca. 5.650.000 Millionen Einwohner zählt. 1980 waren es wohl 4.500.000. Die Bevölkerung wächst für brasilianische Verhältnisse (1978: ca. 80 Millionen, heute ca. 180 Millionen) unterdurchschnittlich langsam, weil das Bundesland, das sich zum größten Teil in der Hand von Großgrundbesitzern befindet und über sehr wenig Industrie verfügt, seiner Bevölkerung so wenig Möglichkeiten wirtschaftlichen Fortkommens ermöglicht, dass die arbeits- und produktionswilligen und -fähigen Leute zu einem großen Teil in andere Gebiete Brasiliens abwandern. (**) So hat das Bistumsgebiet – vertrauenswürdige genaue Zahlen gibt es nicht immer – gegenüber den ca. 400.000 Einwohnern von 1978 heute 430.000 Einwohner, von denen 1978 ca. 85 %, heute ca. 81 % sich als katholisch bezeichnen.

Die Kathedrale von CoroatáIn den 29 Jahren mussten alle organisatorischen Strukturen auf Diözesanebene gegründet werden und wurden mit Gottes Hilfe gegründet, zum großen Teil auch mit den dazu gehörenden Baulichkeiten. Dies wurde zum allergrößten Teil durch die "Brasilienhilfe" ermöglicht, in den Pfarreien meist durch "Adveniat" oder auch durch andere Hilfsorganisationen. Es entstanden viele neue Basisgemeinden und Gruppen in "Bewegungen" oder der Pastoral engagierter Christen: in Katechese, Liturgie, Diakonie, Familie, Jugend, Kinder, Mission, Schule, Drogenprobleme usw.. Damals zählte das Bistum 11 Pfarreien (einschließlich einer Kuratie, d.h. Quasipfarrei), heute 19; damals 12 Kommunen ("Municípios"), heute 16; damals 9, heute 31 Priester; damals 20 Ordenschwestern, heute 47. Die übrigen Vergleichszahlen finden Sie unter dem Navigationspunkt Fakten.

(*) (die für den Güterverkehr heute noch funktioniert, ab und zu u.a. auch z.B. mit Containern von "Hamburg-Süd" beladen ....)

(**) Vor einem Jahr wurde eine über 40 Jahre lang herrschende Oligarchie (hauptsächlich einer Familie mit deren Freunden und Nutznießern) abgewählt, die die Entwicklung, soweit sie nicht ihren Anhängern zu Gute kam, stranguliert hatte. Jetzt scheint einiges in Gang zu kommen, was wirtschaftlichen Aufschwung verheißen kann.

Da die Arbeitslosigkeit, das Fehlen einer die Kleinbauernfamilien entschieden fördernden Land- und Landwirtschaftspolitik und so die wirtschaftliche und allgemeine Aussichtslosigkeit gerade auch der Jugend das menschliche "Klima" drückt und viele der hier Bleibenden zur inneren Flucht (Alkohol, Prostitution, Drogen usw.) verführt, hat diese soziale und wirtschaftliche Lage – zusammen mit anderen Faktoren - auch mächtige Folgen für Seelsorge und Pastoral des Bistums und muss sie haben ....

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Karte des Bistums