Bischof Reinhard - Anstatt eines Weihnachtsgrußes

21. Dezember 2010 - Folgender Text (hier gekürzt) stammt vom Leiter der Landpastoral im Bundesstaat Maranhão nach einem Besuch bei Bischof Reinhard.

Menschen, die beeindrucken...

Reinaldo Pünder, Bischof von Coroatá, hat uns gestern Nachmittag in seinem Haus mitten in der Fazenda da Esperança empfangen.

Wir trafen einen Mann, den die Jahre und seine Krankheit gezeichnet haben, die ihn seit Mitte letzten Jahres befallen hat, als bei ihm Pankreaskrebs festgestellt wurde. Das war die Zeit der Bauernwallfahrt von Maranhão. Wir machten uns Sorge, sein Fehlen würde sehr spürbar sein, u.a. weil auf seine Initiative und Anregung auch die Kult-Väter- und Mütter der afro-brasilianischen Kulthäuser eingeladen waren, an der Vorbereitung teilzunehmen. In der Wallfahrtsnacht waren wir überrascht von ihren starken und ermutigenden Beiträgen. Obwohl so weit weg, konnten wir die liebevolle und stets wache Anwesenheit des Bischofs mitten unter dem Volk spüren.

Seit Gründung der Diözese erhielten die Bauern viel Unterstützung, um sich den wütenden Angriffen der Großgrundbesitzer zu widersetzen. Das Andenken an die 27 Märtyrer allein aus der Diözese nährt weiterhin den Weg der Kirche von Coroatá, mit uneingeschränkter Unterstützung des Bischofs. Bei der 25-Jahr-Feier des Bistums wurde feierlich ein Märtyrerkreuz errichtet.

Bischof Reinhard  empfing  uns in seinem Zimmer mit großer Freude – der ansteckenden Freude eines Mannes, der sein ganzes Vertrauen auf Gott gesetzt hat. Er sprach zu uns von seiner Hoffnung und dass er an die ausschließlich natürliche Behandlung glaube, die er anwendet. Beeindruckend die Wachheit seiner Gedächtnisses, trotz der Schwäche seines Körpers.

Inmitten der Seinen ist er glücklich, "an seinem Fleisch ergänzend, was am Leiden Christi fehlt zum Wohl seines Leibes, der Kirche", wie Paulus sagt. Er ist nach wie vor besorgt von dem Leiden der einheimischen Völker, den Dörfern der ehemaligen Sklavenfamilien, der Landarbeiter ohne Besitztitel, der Frauen, die vom Aufschlagen der Babaçunüsse leben müssen ....  Er opfert weiter auf, was er jetzt kann: Seine Gebete und seine Beschwerden voller Hoffnung. Zum Abschied segnete er uns und bat Gott, uns stark zu erhalten in der Verteidigung der Rechte der Armen.

Pe. Inaldo Vieira, São Luis-MA