Wie es weitergeht „ohne Bischof“***

Generalvikar Mons. Jacó Wasensteiner zur aktuellen Situation

Jacó WasensteinerMit der unerwarteten Situation der schweren Krankheit unseres Bischofs müssen wir zunächst einmal einfach zurechtkommen. Wir haben die Herausforderung anzunehmen, und - so banal es klingt - es geht einfach weiter; ohne jedoch zu übersehen, dass die Zukunft auch Initiativen erfordert.

Soweit möglich, verständigen wir uns per Telefon, Fax oder Mail, haben so Kenntnis wie Dom Reinaldo die anfallenden Dinge sieht. Er ist unser Bischof, hat die Gnade der spirituellen Leitung und 30 Jahre Erfahrung – also Weisheit – im Unterwegssein mit seiner „Herde“, den Menschen der Diözese Coroatá. Weiteres „Licht“ – wie die Frömmeren hier sagen – kommt vom Gremium der vom Bischof berufenen „Konsultoren“, Priestern seines Vertrauens, und vom Priesterrat, der vor allem von jüngeren einheimischen „Padres“ gebildet wird. Und dann haben wir ja eine gute pastorale Leitungsgruppe, meist „Laien“ mit Verantwortungskompetenz, so dass die Arbeit des Bistums auf mehreren belastbaren Beinen steht. Das zu wissen, tut mir als derzeitigem Sachwalter des Bischofs vor Ort auch persönlich gut.

Der Herr des Lebens hat sicher auch bewusst zugelassen, dass der erste Bischof von Coroatá auf diesem Weg Abstand geschenkt bekam in einer Phase mit vielen stressschaffenden Situationen, Problemen, einer Phase auch, in der es nachzudenken und zu besprechen gilt, wie es weitergehen soll mit dem, was in den 30 Jahren des Aufbaus erreicht und erkämpft wurde. Manches davon muss natürlich auch neu organisiert werden, z. B. im Blick nach Aufgabenfeldern, die sich in der jüngeren Zeit aufgetan haben. Nun, wenn Gott es nicht anders will, werden wir es mit seiner Hilfe auch gemeinsam schaffen.

Pe. Jacó Wasensteiner SAC
- Generalvikar -
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