Hochwasser: "Klagegeschrei und Chaos überall"*** - nur online

Protokoll einer Dringlichkeitssitzung beim kranken Bischof

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Menschen retten ihre Habe auf einem Boot"... Wir waren alle irgendwo im Einsatz. Die Situation brennt. Die Solidarität in allen Pfarreien ist sehr groß. Die schwierigste Phase wird sein, wenn die Betroffenen in ihre Häuser zurückkehren wollen, allein hier in Coroatá 4.941 Personen. In Stadtmitte und zwei Stadtteilen stehen 9 bzw. 10 Straßenzüge unter Wasser, in 5 Außenbezirken sämtliche Häuser. 374 Häuser gänzlich zerstört. 3.028 Personen obdachlos; 1.711 von ihnen fanden nirgendwo Unterschlupf und sind in Schulen und kirchlichen Räumen untergebracht. In 191 städtischen und staatlichen Schulen haben die Kinder deshalb im Moment keinen Unterricht. Ganz schlimm muss die Lage im Interior sein. Eine hohe Brücke wurde weggerissen, eine Person ertrank dabei. 22 Dörfer sind völlig isoliert, es heißt, dass die Einwohner sie verlassen mussten.

Das Diözesankolleg und die Pfarrei halfen durch Versorgung mit Lebensmitteln und Suppenausgabe in einem völlig überschwemmten Viertel. In einem Extragottesdienst wurden Spenden gesammelt. Aus dem Diözesanbildungszentrum haben wir 60 Matratzen zur Verfügung gestellt.

Überflutete StraßeDie Stadtverwaltung ist hier mit allen Dezernaten erfreulich aktiv, auch die Zivilverteidigung (Red.: eine Art THW) ist vor Ort. Landes- und Bundesregierung haben Lebensmittelkörbe und Medikamente zur Verfügung gestellt, aber die Mittel reichen hinten und vorne nicht. Alles ging fürchterlich schnell. Durcheinander und Klagegeschrei überall.

Aus den anderen Pfarreien hören wir Ähnliches. Tausende sind betroffen, am schlimmsten anscheinend in Codó. Allerdings sind einige Hilfsaktionen schon angelaufen. Die Caritas Maranhão hat auf Bundesebene eine Kampagne für Codó und Vargem Grande gestartet ...."

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