Aus der Di÷zese - Da. Ant§nia: Durst nach Gerechtigkeit*** - nur online

Da. Antõnia kann bei Unrecht nicht schweigen.

Jedenfalls wurde ihr Haus überfallen: Jemand drang nachts durch das Dach ein und tötete mit einem Schuss ihre Schwägerin, vermutlich weil er sie für die Hausfrau hielt. Sie selbst konnte durch ein Fenster entkommen.

War es "nur" ein Raubüberfall? Aber was wollte man aus ihrem Haus stehlen? Verbreitet wurde das Gerücht: Weil sie als Schatzmeisterin der Bauerngewerkschaft angeblich eine Barzuweisung für ein Häuserbauprojekt erhalten habe. Aber mittlerweile laufen alle Projekte über eine Bank. Die schlimmste Vermutung: Weil sie als Gemeindeleiterin ihr Dorf ermutigte, sich dem Vertreibungsversuch des Großgrundbesitzers und seiner wirtschaftlichen Interessen zu widersetzen und die Enteignung zu Gunsten der Bewohner zu betreiben.

Ihre Verwandten rieten ihr: Zieh weg! Sie aber will bleiben und vertraut auch in Zukunft auf Gottes Schutz. Ein Satz prägte sich bei ihrem Besuch ein: "Ich habe solchen Durst nach Gerechtigkeit. Ich kann nicht schweigen, wenn ich Unrecht sehe. Ich werde dann wütend. Gott verzeihe mir, wenn das eine Sünde ist."

(Godehard Pünder)

Zurück zum Inhaltsverzeichnis des Brasilienbriefs 2008