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Startseite arrow Brasilienbriefe arrow 2006 arrow "Land und Leben" übernimmt staatliches Umweltprojekt

"Land und Leben" übernimmt staatliches Umweltprojekt PDF Drucken E-Mail

Unsere Genossenschaft "Terra e Vida" hat eine Ausschreibung der Landesregierung gewonnen. Wir hatten ja schon drei Jahre hindurch Erfahrungen mit Flussuferaufforstung gesammelt. Durch Veröffentlichung in der Presse konnten wir sie bekannt machen. Jetzt können wir mit erheblicher staatlicher Finanzierung (über Maranhão laufende Gelder der Weltbank) ein Projekt entwickeln, wie in der Grenzregion von Codó und Timbiras vier Hektar Flussufer durch Aufforstung gerettet werden können. Die Genossenschaft ist jetzt staatlich anerkannt. Wir müssen zwar jetzt Steuern bezahlen und für die Steuererklärung einen Berater hinzuziehen, können aber auch anerkannte Rechnungen für Verkauf und Dienstleistungen ausstellen und unsere Verwaltungs- und Beratungsaufwendungen abrechnen. So werden wir unabhängiger von Hilfen aus dem Ausland und konnten sogar noch ein neues Projekt an einem Fluss im Nachbarbistum Bacabal übernehmen.

Konkret betreuen wir drei Dorfgemeinschaften an den gegenüber liegenden Flussufern des Itapecurú. Bisher war es üblich, in der Trockenzeit die Flussufer abzuholzen, um dort für die Regenzeit Bohnen und Kürbisse anzupflanzen. Experten haben jedoch errechnet, dass dadurch Jahr für Jahr Schäden entstehen, die mehrhundertfach höher sind als der erwirtschaftete Gewinn: Fischsterben, Reduzierung der Wasserhaltefähigkeit, Versandung u.a.. Die Folgen betreffen nicht nur die Flussuferbevölkerung selbst, sondern auch die Wassernutzer bis hin zur Landeshauptstadt São Luis.

Mit Hilfe des Projektes werden nach dem Agroforstsystem Gärten und Obstanlagen oberhalb der Flussufervegetation angelegt. Die Bauern erhalten ein einfaches Bewässerungssytem für Pflanzen, Tiere und ihre Hausversorgung und elektrischen Strom. Wir können ein Wasserrückhaltebecken und zwei Fischteiche wie bei uns in Cantanhede anlegen. Unsere Genossenschaft wird dort ein Haus mieten, so dass wir ständig einen Agrotechniker hinschicken und die anderen Mitglieder unseres Teams (das wir durch sehr kompetente Neueinstellungen erweitern konnten) zu Veranstaltungen und Kursen anreisen können. So bleiben wir in ständigem Kontakt und ihre Anliegen in unsere Kurse ein. Wir werden neue Statuten entwickeln, in denen die Bauern Regeln für ihre Arbeit festlegen. Wir hoffen damit die Konflikte, die schon seit zehn Jahren hierüber andauern, auf Dauer zu entschärfen.

Wir arbeiten mit der Landesuniversität von Maranhão und der Bundesuniversität von Ceará zusammen. Sie machen Erhebungen über die Entwicklung der Pflanzen, das Potenzial der selbständigen Erneuerungsfähigkeit der Flussufervegetation und die Meinung der Familien zu den Zielen des Projektes. Wir lernen also, die Berührungsängste zu den offiziellen Stellen des Landes abzubauen und so unsere Arbeit auf Dauer auf eigene Beine zu stellen.

Wir kommen auch immer intensiver mit den anderen Pfarreien des Bistums in Kontakt. Vor allem der Bischof und die Schwestern in Timbiras ziehen voll mit und konnten schon eigene Projekte in das größere Programm mit einbringen. Immer wichtiger wird es werden, die Dokumentation von Projekten trotz aller Schwierigkeiten in Ordnung zu bringen, um Zugang zu öffentlichen Mitteln zu erhalten.

Die Dorfbewohner sind gläubig und empfinden das Projekt als Geschenk Gottes für die vielen Gebete für die Entwicklung ihrer Dörfer. Ein Priester der Diözese stammt aus einem der Dörfer. Er konnte schon bisher zur Schlichtung von Konflikten mit einem Großgrundbesitzer erfolgreich beitragen. Wir knüpften daran an und haben unsere Arbeit mit einem sonntäglichen Gebet am Flussufer begonnen und rechnen weiter mit Gottes Segen.

Maria Elisabeth Detert (Dipl. Agr. Ing.)

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Letzte Aktualisierung:
11. Januar 2016

































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