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Startseite arrow Brasilienbriefe arrow 2009 arrow Zehnte Bauernwallfahrt von Maranhão mit neuen Akzenten***

Zehnte Bauernwallfahrt von Maranhão mit neuen Akzenten*** PDF Drucken E-Mail

„Gegen den Tod von Land und Wasser kämpfen ...“

Plakat der WallfahrtKnapp zehntausend waren Anfang September zum Beten, Lernen und Demonstrieren diesmal in unser Bistum, in unsere einzige Großstadt Codó gekommen, unter ihnen acht Bischöfe, viele Priester und Ordensschwestern. Dieses Mal ging es nicht nur um Landprobleme. Erstmals wurde auch das neu drängende Problem Wasser in den Blick genommen: oft zu wenig davon, dieses Jahr zu viel. „... Leben verteidigen“, ergänzte das Motto. Gegen Raubbau an der Natur im Namen des Fortschritts, meist durch große Firmen, um neue Flächen für den Massenanbau von Soja, Zuckerrohr, Eukalyptus und Riesen-Rinderweiden zu gewinnen. Holzwollegewinnung führt zu weiterer unkontrollierter Abholzung und verpestet die Lungen der verbliebenen Dorfbewohner. Diese stehen im Weg und werden vertrieben, unter Nichtbeachtung uralter Gewohnheitsrechte. Waldtiere, Vögel, nützliche Insekten und Fische verlieren ihren Lebensraum. Die Natur bleibt verödet zurück und der Treck zieht weiter.

Neu war auch das Anliegen, die anderen christlichen Gemeinschaften und die Traditionsreligionen der wenigen verbliebenen Indios und der afrikanischen Zwangseinwanderer ins Boot zu holen. Diese waren erschienen und machten sich durch Beiträge präsent, jedoch keine der evangelikalen Freikirchen: Nun ja, sie halten die Uraltkulte für Teufelswerk. Es bestätigte sich aber auch, dass sie sich um die sozialen Probleme der Menschen nicht kümmern.

BesucherEine ganze Nacht hielten die Menschen aus, um durch vielfältige Beiträge voneinander zu lernen und über zwei Stunden einen bewegenden Gottesdienst zu feiern. Am frühen Morgen ging es durch die Straßen der Stadt, um auch die Öffentlichkeit auf die Anliegen aufmerksam zu machen. Es zeigte sich: Nein, wir nehmen das nicht einfach hin; wir sind bereit zu kämpfen und Widerstand zu leisten, aber auch selbst das Unsere zu tun und manches in unserer gewohnten Praxis umzustellen, miteinander und solidarisch. Und sie konnten erleben: Unsere Kirche steht hinter uns, an unserer Seite, oft sogar vorn an der Spitze. Sie macht sich zur Stimme der Stimmlosen und muss dafür darauf verzichten, von den Reichen und Mächtigen großzügig gesponsert zu werden: Ihre einzig verbliebene Möglichkeit, eine korrupte und faule Justiz und Verwaltung zu bewegen, ihre heilige Pflicht zu tun, statt sogar schlimmste Verbrechen wie Mord und Vertreibung der Armen ungestraft zu lassen oder Lösungen wenigstens zu verzögern, wenn nicht zu verhindern. Ein Bild der Kirche übrigens, das die Medien willfährig verschweigen. In ihnen tauchen nur Kirchenvertreter auf, die entweder dickleibig oder smart, vielleicht sogar sympathisch, aber nur nichts sagend fromm sind. - Es ist also noch viel zu tun und weiter tapfer zu kämpfen.

(Info: Pe. José Wasensteiner, Codó)

Der Wallfahrt ging im Juli ein Kurs mit 30 Teilnehmern voraus, den die Arbeitsgruppe für Politische Bildung veranstaltete. Sie studierten die Geschichte der Kirche im Brasilien der Kolonialzeit und wie sich die brasilianische Gesellschaft dann weiter entwickelte. Sie stellten fest, dass ihnen in der Schule ein sehr einseitiges Bild einer „Geschichte von oben“ vorgeführt wurde, das der Ergänzung angesichts der Kämpfe der „unteren“ Schichten für mehr Gerechtigkeit und würdige Lebenschancen bedarf. Die Teilnehmer wollten sich in diesem Sinn in die Vorbereitung der bevorstehenden „Wallfahrt für Land und Wasser“ in ihren Heimatorten einbringen.

Abschlusssegen
Abschlusssegen

Indianer
Indianer

Afrobrasilianische Religionen
Afrobrasilianische Religionen

Tanz zum Thema Wasser und Erde
Tanz zum Thema Wasser und Erde

Indianer
Indianer

Messe
Messe

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Letzte Aktualisierung:
11. Januar 2016

































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