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Startseite arrow Brasilienbriefe arrow 2009 arrow Anderer Ansatz: Die Kooperative "Land und Leben"***

Anderer Ansatz: Die Kooperative "Land und Leben"*** PDF Drucken E-Mail

Nach der Flutkatastrophe geht es stürmisch weiter

"Land und Leben" in Cantanhede: klicken Sie hier

Auch die Projekte der Kooperative "Terra e Vida" hat das Hochwasser schwer getroffen. Das teilweise eingestürzte Ausbildungszentrum für Landwirtschaft konnte dank schneller Hilfe aus Deutschland bereits wieder aufgebaut werden und wurde kürzlich mit dem ersten Kurs über Solarenergie eingeweiht, dem weitere Kurse für Milchverarbeitung und unser "Agrar-Weide-Forstsystem" (s.u.) folgten, jeweils 2-3 Tage für je 20-30 Teilnehmer. Auch der Wiederaufbau der Baumschule hat begonnen; um den Zeitplan einzuhalten, sollen im Dezember 500.000 Pflanzen eingesetzt werden.

Installation der SolaranlageSchwung und Auftrieb gab das Funktionieren der Modell-Solaranlage. Josef, ein junger Student von "Ingenieure ohne Grenzen" half sie installieren. Sonne haben wir wirklich genug, gerade in der Trockenzeit: 14 Solarmodule auf einem Gestell am Rand unseres kleinen Oberflächenwasser-Sees, eine schwimmende Pumpe unter einer Art Tisch an dessen tiefster Stelle verankert, eine Schlauchverbindung zu einem erhöhten Wassertank für 10.000 l Wasser, und tatsächlich: Die Pumpe schaffte den Höhenunterschied von 30 m und in gerade einmal fünf Stunden war der Tank voll; sie würde leicht pro Tag das Doppelte schaffen, mittags schneller, morgens und abends etwas langsamer. Wir kamen aus dem Staunen nicht heraus. "Magie", meinten sogar einige unserer Agrartechniker: Ohne teuren Dieselmotor, ohne teure Energie aus der Steckdose Wasser in reicher Menge für Bewässerung und Hausverbrauch! Wer weiß, ob bald an vielen Orten solche einfachen Anlagen bisher unlösbare Probleme lösen helfen. Das "Know-how" versuchen wir in Kursen unseren Bauerngemeinschaften beizubringen.

SolaranlageDauererfolg aber wird es nur geben, wenn die Bauern ihre traditionellen Anbaumethoden verändern: Ein Landstück abholzen, das Holz verbrennen, einmal pflanzen und ernten und nach einem Jahr weiter ziehen. Sie müssen lernen, wie die Bodenfruchtbarkeit erhalten und gesteigert werden kann und wie Weidehaltung besser funktioniert. Durch die Brandrodung droht auf längere Sicht die Gefahr der Wüstenbildung.

Dies soll Maria Deterts "Agrar-Weide-Forstsystem" verhindern helfen: Pflänzchen der "Katzenkralle", einer Leguminose, die die Bodenqualität verbessert, schnell zu einem strauchartigen Baum heranwächst und in fünf Jahren bestes Zaun- und Lattenholz hervorgebracht haben wird, werden in Reihen gepflanzt und dazwischen in Fruchtfolge Reis, Getreide, Bohnen, Futterpflanzen, Gemüse und Obstpflanzen (z.B. Ananas) angebaut. Da auch die Blätter gutes Viehfutter sind, können in eingezäunten Teilen auch Kühe und Ziegen weiden. Nach fünf Jahren wird das Lattenholz geschnitten und verkauft, die Strünke treiben wieder aus und der Prozess kann von neuem beginnen. Von da ab wird sich das Projekt selbst tragen und hoffentlich vielen Bauern neue Existenzmöglichkeiten eröffnen, die ihnen ersparen, irgendwo im Süden eine unsichere Zukunft zu suchen.

(Info: Projektbericht der Praktikantin Theresa Rottmann, Epe)
 
Eindruck der Redaktion: Martin Micha entwickelt ein Projekt "von unten", Maria Detert, die Agraringenieurin, ein Projekt "von oben". Wir gratulieren beiden und wünschen beiden viel Erfolg. - Wir werden mit Spannung die Weiterentwicklung verfolgen und weiter berichten.
 
 

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Letzte Aktualisierung:
11. Januar 2016

































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