Startseite
Aktuell
Brasilienbriefe
Fakten
Bilder
Berichte
Bischöfe
Bistum
Siegel/Wappen
Spendenkonten
Presse
Links
Gästebuch
Newsletter
Suche
Datenschutz
Kontakt
Impressum
Archiv






Startseite arrow Brasilienbriefe arrow 2009 arrow Hochwasserkatastrophe: Rundbrief von Bischof und Generalvikar ...*** - nur online

Hochwasserkatastrophe: Rundbrief von Bischof und Generalvikar ...*** - nur online PDF Drucken E-Mail

... an alle Priester und Pfarrgemeinderäte der Diözese

Ausführliche Informationen über das Hochwasser: klicken Sie hier

Ihr Lieben,

meine blöde Grippe ist im Abklingen. So kann ich endlich zu Papier bringen, was mir seit einigen Tagen im Kopf herumgeht, und zwar aus drei Motiven:

Erstens: Mein Eindruck, dass dieses Hochwasser sich als einzigartige Gelegenheit erwiesen hat, "mit den Händen im Dreck" das Evangelium zu verkünden. Jetzt spüren die meistbetroffenen Menschen, was es heißt, Geschwister zu sein, solidarisch, eine neue Gesellschaft: In der Art, wie wir teilnehmen an ihren Verlusten, wie wir gemeinsam mit ihnen konkrete Lösungen suchen. Es sind wirklich sehr viele, die sich spontan und mit soviel Disponibilität und Großzügigkeit ins Zeug gelegt haben, dass die göttliche Wurzel des menschlichen Herzens sichtbar wurde.

Zweitens: Das Hilfsangebot von Pe. NN, vermittelt durch eine Organisation in Recife, die Verbindungen zu philanthropischen Vereinigungen in Europa hat, Hilfen für zwei unserer Pfarreien zu beschaffen, die am meisten betroffen sind und am meisten Unterstützung brauchen. Auch dürfen wir Hilfen von Caritas Brasilien mit Unterstützung von Caritas International erwarten.

Drittens: Die Zeichen spontaner Hilfsbereitschaft, die wir aus Deutschland (wohl auch aus Italien) erhalten, und zwar von Gruppen und Einzelpersonen, tief beeindruckt von den Fotos und Berichten, um die sie uns gebeten haben – denn die dortigen Medien zeigten sich wenig an unserem Fall interessiert. Unserer deutschen Website habe ich schon gedankt, die sich unserer aktuellen Not angenommen hatte. - Es scheint also, dass wir auch aus Europa außer der Reihe Finanzhilfen erwarten dürfen.

Aber: Wie damit umgehen und wie kommen sie an die richtige Stelle, ohne dass wir Aufgaben übernehmen, die eigentlich den Stadtverwaltungen, dem Land und der Bundesregierung zukommen?

1. Die öffentlichen Aktivitäten sehr wachsamen Auges begleiten: Sie anregen und mit ihnen zusammen arbeiten, wo es möglich und nötig ist, damit sie überhaupt und gut eingesetzt werden und es nicht zu einer "Hochwasserindustrie" kommt wie bei der Dürre.

 2. Was die auswärtigen Hilfen angeht, es so machen, wie Pe. NN es erbat, als er seine Finanzhilfe anbot: Sofort die Familien und Personen erfassen,

- die am meisten betroffen sind,
- die bisher am wenigstens unterstützt wurden,
- die die geringsten Möglichkeiten haben, sich selbst zu helfen.

3. Feststellen, was jeder am meisten braucht: Lebensmittel, Trinkwasser, Kleider, Hängematten, Matratzen, Pflanzen, Kleinvieh ...

(Dies ist nicht einfach wegen der Not, die schon immer existierte, und der Möglichkeit, dass jemand nur profitieren will ...).

4. Anhand dieser Untersuchung ausrechnen, was jede Pfarrei braucht.

5. Um dies in die Tat umzusetzen, braucht es Arbeitsgruppen und eine spezielle Kommission (dies könnte die Pfarrcaritas sein, wo es sie schon gibt), um diese Aufgaben zu koordinieren und voran zu treiben. Vielleicht eine sehr gute Möglichkeit, wo sich die Jugend oder die Firmlinge einbringen können. Und wo es sie noch nicht gibt, könnte daraus eine Pfarrcaritas entstehen, denn die Caritas ist auf solche Art entstanden.

6. Vor allem ist in verschiedene Richtungen äußerste Achtsamkeit geboten:

- Diese Dinge nicht an die große Glocke hängen, vor allem nicht destruktiv. Es genügt bei der Registrierung zu sagen: "Damit wir etwas tun können, wenn wir Hilfsmöglichkeiten bekommen." In jedem Fall vermeiden, dass jemand denkt: "Sieh an, wie reich die Kirche ist. Wenn sie soviel Geld hat, dann brauchen wir auch keinen Zehnt mehr bezahlen, etc.." Nun ja, reich in dem Sinne, dass sie viele gute und solidarische Menschen hat, hier wie dort, denn wir sind eine große Familie, die Familie Gottes. Das Geld, das vielleicht kommt, haben gewöhnliche Pfarrangehörige aus Europa zusammengebracht, die mit uns fühlen und die Solidarität verstärken wollen, die hier in diesen Tagen so oft erwiesen wurde.

- Darüber hinaus öffentliche Hilfe nicht entmutigen oder gar verhindern, sondern dort tätig werden, wo jemand oder etwas übersehen wurde oder sofort geholfen werden muss, wenn öffentliche Hilfe sich verzögert (z.B. um sofort nachzupflanzen etc.).

Dies alles ist sehr delikat, verlangt große Klugheit und muss sehr ehrlich und verantwortungsbewusst angegangen werden, aber gerade so wird es zu einer kostbaren Möglichkeit, das Evangelium konkret zu verkündigen.

Ihr Lieben, möge der Auferstandene kraftvoll gegenwärtig sein in diesem  Kampf und möge er uns helfen, dass gerade in diesem Moment des Kreuzes in uns viel "Auferstehung" geschieht.          

Bis dahin von Herzen Euer Bischof zusammen mit unserem Generalvikar

                        + Reinaldo Pünder       Pe. Jacó Wasensteiner

Zurück zum Inhaltsverzeichnis des Brasilienbriefs 2009

 

Für aktuelle Informationen aus der Diözese Coroatá tragen Sie sich bitte in unseren Newsletter ein.

Bitte stellen Sie sicher, dass Sie die vom Newsletter-System verschickte eMail erhalten, in der Sie zwingend einen Bestätigungslink anklicken müssen. Ohne diese Rückbestätigung (Double-Opt-In-Verfahren) ist der Versand von Newsletter leider in Deutschland untersagt.

Letzte Aktualisierung:
11. Januar 2016

































© 2006 - 2017 Diözese Coroatá, Brasilien